Die psychologischen Effekte auf die Gesellschaft und das Individuum

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am 4. Mai 2016 das Ende des 500-Euro-Scheins beschlossen. Doch was bedeutet dies für unsere aktuelle Gesellschaft? Welche psychologischen Effekte würde dies auf den Einzelnen auslösen, wenn es zu einer kompletten Abschaffung des Bargeldes kommen würde?

Bargeld, die Freiheit der Menschen

Bargeld ist eine gedruckte und geprägte Freiheit. Hingegen zum elektronischen Geld, verankert Bargeld ein festgelegtes Wertpapier in der Realität, welches dazu führt, dass viele Menschen ein Gefühl von Sicherheit für das Bargeld haben.

Der Umgang mit Bargeld verschafft des Weiteren ein Überblick über das vorhandene jeweiligen Vermögen, welche zur Limitation der Ausgaben führt und von der Geburt an bei der Finanzplanung verhilft. Die Abschaffung des Bargeldes würde dazu beitragen, dass jeder einzelne Bürger, vor allem unerfahrene Jugendliche, diesen Überblick verlieren und kein Gefühl fürs Geld entwickeln können. Es käme unausweichlich zu erhöhten Ausgaben.

Bargeld, gedruckte Privatsphäre

Die Nutzung des Bargelds, im Gegensatz zum überwachten elektronischen Geld, bringt die Freiheit der Privatsphäre zum Ausdruck. Das Rauben dieser Freiheit könnte das Vertrauen in einem Staat stark verringern und zu Protesten führen. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland werden den Bürgern zahlreiche Freiheiten garantiert.

Des Weiteren stellt das Bargeld nicht nur ein Zahlungsmittel dar, sondern auch ein Symbol für einen Staat oder für eine Nation, und stellt somit eine Verbindung zu unserem Heimatort dar.

Eine Straßenumfrage in München habe ergeben, dass 84% der Bundesbürger die Abschaffung des Bargeldes ablehnen. Davon sagten 90% der befragten Bürger, dass sie “häufig” oder “fast immer” Bargeld bei sich tragen. 

Das indische Bargeldexperiment

Am Ende des Jahres 2016 beschloss der indische Ministerpräsident Narendra Modi, die beiden gängigsten Banknoten in Wert von 500 (6,82 Euro) und 1000 Rupien als wertlos zu erklären. Die Bürger hatten nur eine kurze Zeit, diese Banknoten umzutauschen. Dies sollte Bestechung, Schwarzarbeit und den Umlauf von Falschgeld stoppen.

Das Resultat war jedoch katastrophal:

Diese Entscheidung brachte die gesamte Bevölkerung in Chaos und in Panik. Menschenmassen standen über Wochen in unendlich langen Warteschlangen vor Geldautomaten und Banken, in der Hoffnung, ihr Geld in kleine Portionen umtauschen zu können. Hierbei betraf dies vor allem die untere Schicht, die noch mehr leiden musste. Mehr als 60 Menschen konnten dies aber nicht psychisch und physisch aushalten, und begannen entweder Selbstmord oder starben an einem Herzinfarkt.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass dies keine hohe Effizienz zeigte um die Korruption sowie zum Beispiel Falschgeld zu bekämpfen.

Fazit: Ein minimaler Erfolg, der aber ein maximales Leid hervorbrachte.


Quellen für Informationen und Statistiken:

Damien Perdrix

Seit der Gründung des Juniorunternehmens "EQuotes" mit dem Wirtschaftskurs der Europäischen Schule Frankfurt a.M. stieg mein wirtschaftliches Interesse. Etwa durch die Erstellung eines Businessplans konnte ich mein Wissen erweitern. Heute studiere ich BWL an der EBS Uni in Oestrich-Winkel.

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